Didaktische Pfade
Diana Hérens - Der Gämse
Die Gämse ist das am weitesten verbreitete Huftier im Wallis. Ihre Bestände gehen jedoch in einigen Regionen zurück, wie fast überall im Alpenraum. Die Populationen dieser sensiblen Wildtierart werden von der Qualität des Lebensraums (Nahrungsangebot und ruhige Wintereinstände), strengen Wintern, Störungen durch Freizeitaktivitäten, interspezifischer Konkurrenz mit Nutztieren und anderen Wildtieren, Krankheiten und großen Raubtieren beeinflusst. Auch der Jagddruck ist entscheidend, aber der Rückgang der Populationen in geschützten Gebieten zeigt, dass die Jagd nicht der einzige relevante Faktor ist.
ALTERSPYRAMIDE UND NATÜRLICHE SOZIALSTRUKTUR
Geissen (weiblich) und Böcke (männlich) mittleren Alters sind für eine Gämsenpopulation von entscheidender Bedeutung. Sie geben die Traditionen weiter (Suche nach guten Gewinnen oder ruhigen Wintereinständen), sorgen für eine ruhige Brunft und garantieren eine hohe Reproduktionsrate. Ziegen mittleren Alters werden in der Regel gesäugt (in Begleitung ihrer Gitzi(s)) und so geschützt. Böcke mittleren Alters hingegen dürfen gejagt werden.
IM KANTON WALLIS GIBT ES DERZEIT ETWA 20.000 GÄMSEN.
Die Populationen werden durch Ansitzzählungen erfasst, doch aufgrund der Topografie ist es nicht möglich, die gesamte Population zu erfassen. Die geringe Wachstumsrate der Gämse von 15-20% in alpinen Lebensräumen erfordert ein gewissenhaftes jagdliches Eingreifen.
Kurzfristige Flexibilität ist bei der Jagdplanung erforderlich, um ein langfristiges Ziel zu erreichen. Daher müssen strenge Winter und Tierseuchen (z. B. Keratokonjunktivitis) in den jährlichen Jagdrichtlinien berücksichtigt werden. Aufgrund der relativ späten Geschlechtsreife und der geringen Reproduktionsrate erholen sich die Gämsenpopulationen nur langsam.
©SCPF/SW
WUSSTEN SIE SCHON?
Jedes Jahr wachsen die Hörner der Gämsen und bilden Jahresringe, die somit die Berechnung ihres Alters ermöglichen.